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Was hat mir das gebracht? Bericht über ein Dressur-Seminar mit Corinna Lehmann auf dem Hof Konegen, Wadersloh

Was hat mir das gebracht? Bericht über ein Dressur-Seminar mit Corinna Lehmann auf dem Hof Konegen, Wadersloh

geschrieben von Ulla Grünewald am 06.09.2007

Ganz unerfahren bin ich nicht, als Kind ein wenig voltigiert, als Jugendliche von verschiedenen Reitlehrern mit den üblichen Anweisungen belehrt (Hacke, Spitze...) und als Erwachsene ein paar Jahre einfach so geritten, dann Pause und jetzt wieder. Jetzt oder nie! Mit 46! Mein Wunsch: einfach besser reiten, als früher! Sicher in jeder Situation und Gangart auf dem Pferd sitzen und dabei dem Pferd nicht schaden! Ich will kein Sehnenproblemverursacher sein!
Allein war ich nicht auf dem Seminar mit Corinna Lehmann am Samstag, den 3.8.2007 in Wadersloh auf dem Reiterhof Konegen. Reiter aller Altersstufen fanden sich als Teilnehmer ein. Drei Stunden Theorie standen uns bevor! Und die waren keineswegs grausam. Corinna Lehmann versteht es, die Zusammenhänge zwischen der Natur des Pferdes und den reiterlichen Anforderungen aus dem Pferd ein Reitpferd zu erarbeiten, sehr verständlich zu vermitteln. Der alte Lehrsatz „Reite den Pferd vorwärts“ wurde endlich allgemeinverständlich und anschaulich erklärt. Und dies nicht nur in der Theorie! Am Nachmittag und am Sonntag ging es dann zur Praxis über. Wir hatten das Vergnügen, Einzelreitstunden zu genießen. Dies auf eigenen „Vorher-Problempferden“ oder auf Schulpferden des Reiterhofes Konegen.

Und nun zeigte sich ein Aha Erlebnis nach dem anderen. Das erste Pferd war zur Problemanalyse bereits vier Wochen auf dem Hof Konegen gewesen. Es wollte sich nicht mehr so recht reiten lassen, muckte, zuckte, und machte seiner jungen Reiterin immer mehr Schwierigkeiten. Dabei hatte sie doch jahrelang Erfahrung und will unbedingt weiterkommen und Erfolge mit dem Pferd erleben. Es waren nur winzige Nuancen, die die junge Reiterin an ihrem Sitz und in ihrem Verhalten gegenüber dem Pferd ändern musste. Und es war eine Freude, zu sehen, wie schnell die Reiterin, die Korrekturen von Corinna Lehmann umsetzen konnte. Geradezu dankbar verhielt sich das Pferd. Von Mucken oder Unarten keine Spur mehr. Die zwei waren glücklich gemacht.

Anschließend war ich dran. Ich hatte mir auch mein Problempferd ausgesucht, einen Haflinger. Der wollte nicht und hat mir erst mal meine Grenzen aufgezeigt, denn ich konnte ihn einfach gar nichts abringen an diesem Tag. Der nächste Tag, ein anderes Pferd und die Sache sah für mich schon ganz anderes aus. Nun wurde die richtige Bewegung in meine alten Hüften gebracht. Ergebnis: weniger Mühe beim Treiben, ruhigere Beine, tiefe Hacken. Das nächste Aha Erlebnis: Auch das Schulpferd reagiert auf bewusste Atmung seines Reiters. Tief Ausatmen und das Pferd verfällt aus dem Trab in den Schritt. Zügelhilfen? Der Außenzügel führt das Pferd und feinste Einwirkungen sollten das Ziel sein. Und einen Tipp gegen meine Schiefheit gab es auch noch. Ich muss mich bewusst umsetzen, wenn es rechts rum geht.
Interessant war es, den anderen Reitern bei ihren Reitstunden zuzuschauen. Kein Reiter hatte etwas dagegen. An jedem war noch etwas zu verbessern. Für Corinna Lehmann scheint das alles kein Problem zu sein. Sie erkennt schnell, wo die Ursachen liegen und kann dann eben immer einen richtigen Ansatz finden. Sogar die Westernreiter waren zufrieden und wissen jetzt, sich und ihre Pferde besser zu trainieren.

Kurzum: Es war für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein gelungenes Wochenende. Auf dem Hof wurden wir von Margret Konegen bestens versorgt. Das Ambiente stimmt. Und die Kosten? Nix im Vergleich zum Ergebnis!